Eine Reise durch 35 Jahre Leidenschaft
Vor mehr als drei Jahrzehnten begann meine fotografische Reise mit Minolta-Kameras – von der wegweisenden 7000 über die 8000i bis zu den Meisterwerken Dynax 7 und Dynax 9. Ein komplettes Arsenal an Objektiven von 16-500mm begleitete mich: APOs, Zooms und Primes für jeden erdenklichen Moment.
2008 wagte ich mit der Leica V-Lux1 den ersten zurückhaltenden Schritt in die digitale Welt. Der Wechsel "vom 36mm-Film zur Speicherkarte" weckte zwar Begeisterung, doch verglichen mit der Schnelligkeit meiner Dynax 9 fühlte sich die Leica zu bedächtig an – bildtechnisch überzeugend, aber nicht agil genug. Das Leben nahm seinen Lauf, und die Fotografie trat in den Hintergrund.
Nach einer langen schöpferischen Pause entfachte die Leidenschaft erneut.
Bei meiner Suche nach dem richtigen Werkzeug wurde mir eines klar: Ich wollte keine technischen Ungetüme mit zahllosen Knöpfen und labyrinthartigen Menüs. Denn die Kamera ist nicht mein Ziel – sie ist mein Weg, die Welt zu erleben. Die wahre Meisterin steht über jedem Medium: Es ist die Kunst, die in den Tiefen unserer Seelen schlummert und darauf wartet, geweckt zu werden.
Leica verkörpert für mich diese Philosophie – die Konzentration auf das Wesentliche.
So zog eine Leica SL (2016) bei mir ein, die ich mit manuellen R- und M-Objektiven sowie L-Mount-AF-Objektiven nutze. Über Online-Plattformen entdeckte ich die zeitlose Brillanz alter M42-Objektive. Besonders die Linsen von Meyer-Optik-Görlitz und Zeiss aus den 60er Jahren entfalten an der SL einen magischen Charme, vollendet durch die Nachbearbeitung mit Capture One. Seit 2024 bereichert eine Leica SL2 mit 47 Megapixeln mein Repertoire.
Die Entdeckungsreise führte mich zur Leica M10-R mit 41MP und damit in die faszinierende Welt der Messsucher-Fotografie. Und wie das Schicksal es wollte, flüsterte mir diese einsame M10-R eines Tages zu: "Weißt du, was noch schöner wäre? Eine Schwester in Schwarz-Weiß!" Wie durch eine glückliche Fügung gesellte sich eine M10-Monochrom mit 40MP zu meiner Sammlung – ein wunderbarer Zufall, der meine fotografische Ausdruckskraft auf eine neue Ebene hebt.
Fotografie ist manchmal ein Zeitsprung zurück in die Momente unseres Lebens.
Im ewigen Tanz des Lichts entfaltet sich die Welt vor unseren Augen - ein lebendiges Kaleidoskop aus Schatten und Helligkeit, aus weichen und kantigen Formen, aus samtigen und rauen Texturen. Wie die Erde sich dreht und die Jahreszeiten sich wandeln, so verändert sich auch unser Blick auf die Welt. In diesem kosmischen Rhythmus sind wir alle verbunden, Teil eines größeren Ganzen.
Die Fotografie ist meine Art, diese flüchtigen Augenblicke einzufangen - manchmal geduldig erwartete Kompositionen, oft aber auch unerwartete Geschenke des Moments. Als Hobbyfotograf genieße ich die besondere Freiheit, ohne Zeitdruck und vorgegebene Ziele durch die Welt zu streifen.
Meine Kamera wird irgendwie zum dritten Auge, das die Welt so aufnimmt, wie meine Seele sie wahrnimmt - ungefiltert, authentisch und voller Bedeutung. Ich habe kein Photoshop - nur der RAW-Converter CaptureOne übernimmt die Finalisierung der Bilder.
Ein Bild gibt uns das Gefühl, die ganze Welt in den Händen zu halten. Fotos sind Dokumente des Augenblicks, des Lebens, der Geschichte. Die Fotografie verwandelt die Welt in ein ewig fortbestehendes Angebot, aus der Wirklichkeit in das Reich der Fantasie, aus dem Schmerz in die Freude zu fliehen – durch das Fenster der Seele, das Auge. – Mario Cohen
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